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Die Kultur, genauer: das kulturelle Gedächtnis ist in seiner irreduziblen Heterogenität und Vielstimmigkeit der Feind jeder totalitären Identitätskonstruktion, sei sie religiös, ideologisch oder ethnizistisch motiviert: ausgehend von dieser These geht der Autor jener religiös inspirierten antikulturellen Gewalt nach, die sich im Ikonoklasmus zerstörerisch zum Ausdruck bringt. Ursprung des hier in Frage stehenden »Bildersturms« ist die monotheistische Ausrichtung der Religion, wie sie exemplarisch in alttestamentarischen Texten und im alten Ägypten unter Echnaton zum Tragen kommt. Freud hat in Der Mann Moses die Echnaton-Religion und die Moses-Religion unter dem Gesichtspunkt eines ikonoklastischen Rigorismus kurzzuschließen versucht und dabei, unter dem Topos eines »Triumphs der Geistigkeit«, die Destruktivität des Bilderverbots nach außen und nach innen, als Triebverzicht, diagnostiziert. Bei der im Alten Testament obwaltenden Gottesvorstellung mit ihren Gewaltmotiven verweist der Autor auf politische Traditionen zumal der Assyrer. Auf der Grundlage dieser Traditionen, sie überbietend, erwächst die vom Autor so genannte »Mosaische Unterscheidung«, die Unterscheidung zwischen wahrer und falscher Religion.