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1991 erschien auf Vorschlag Robert Wallersteins, der ein IPV-Redaktionskomitee unter dem Vorsitz von Joseph Sandler ernannte, der erste Band der Monographien Contemporary Freud. Turning Points & Critical Issues, und zwar zum Thema des 35. IPV-Kongresses Analysis Terminable & Unterminable. Unter dem Titel Freud heute. Wendepunkte und Streitfragen zum Teil ins Deutsche übersetzt, wurden bis 2001 sechs von Psychoanalytikern unterschiedlicher theoretischer Auffassung und nationaler Herkunft kommentierte klassische Abhandlungen Sigmund Freuds zum Thema gemacht. Nach mehrjähriger Pause wurde 2007 diese schöne Tradition mit Mourning and Melancholia wieder aufgenommen. Sie wird nunmehr mit The Future of an Illusion fortgesetzt. Das Buch ist dem Andenken zweier verstorbener Analytiker gewidmet, deren posthume Beiträge ihm ein besonderes Gewicht verleihen: George Awad, „a Toronto-based Palestinian“, und Mortimer Ostow, „an Ashkenazi Jew from New York“. Salman Akhtar und Mary Kay O'Neil als Herausgeber haben mit einer dem Freud-Text vorangestellten Einleitung und einem sorgfältigen Epilog einen überzeugenden Rahmen abgesteckt.
Salman Akhtar eröffnet seine Überlegungen mit der Bemerkung, daß, wenn Gott existiert, nur der intrapsychische Widerhall und die daraus folgende Verarbeitung, nicht hingegen seine hypothetische reale Existenz Gegenstand der Psychoanalyse sein können. Freud habe mit seiner metapsychologischen Dekonstruktion eine resolut atheistische Position bezogen. Schüler und Nachfolger hätten sich in „religiöser Weise“ zu Anhängern der in Zukunft einer Illusion und Unbehagen in der Kultur vertretenen Argumentation gemacht. Der wissenschaftliche Positivismus des frühen 20. Jahrhunderts habe für Freuds Entlarvung („debunking“) Gottes ein aufnahmebereites Gefäß dargestellt. Freud habe der westlichen Intelligenzija eine Stimme geliehen. Die unsäglichen Grausamkeiten, die im Namen eines religiösen Nationalismus in Europa, den der Autor seltsamerweise nicht ausdrücklich Nati