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Spätestens mit der beschämenden Reaktion von Bischof Lehmann und dem ehemaligen hessischen Kirchenpräsidenten Steinacker auf die Vergabe des hessischen Kulturpreises an den muslimischen Intellektuellen Navid Kermani ist unübersehbar geworden, daß die verfaßten Religionsgemeinschaften in Deutschland aus dem Tritt geraten sind. Dieser Eklat war jedoch nur der Höhepunkt einer Reihe von Ereignissen, die eine tiefgreifende Verunsicherung der Kirchen belegen — zu nennen wären zudem die von Papst Benedikt XVI. verfügte Wiedereinführung eines Karfreitagsgebets, in dem den Juden geistliche Blindheit attestiert wird, sowie die krachende Niederlage der beiden Kirchen, der CDU und der FDP bei der Pro-Reli-Kampagne im Bundesland Berlin. Diese Ereignisse harren der Analyse und Deutung und: tatsächlich haben Sozialwissenschaftler, Philosophen und Theologen gerade in jüngster Zeit den Versuch unternommen, derlei Phänomenen auf den Grund zu gehen. Dabei überschneiden sich historische und soziologische Analysen, Zeitkritik und religionspolitische Ratschläge.
Naturgemäß wird dabei nach wie vor Aufklärung über jene Phänomene gesucht, die gemeinhin als „fundamentalistisch“