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1933 verlor die Deutsche Psychoanalytische Gesellschaft etwa zwei Drittel ihrer Mitglieder. Die Emigranten gingen weg, »weil sie Juden, nicht weil sie Analytiker waren« (A. Freud); die Psychoanalyse per se wurde vom NS-Regime zunächst kaum unterdrückt. In Anpassung an den politischen Umbruch »arisierte« die DPG ihre Leitungsgremien, aber unterhalb der offiziellen »Gleichschaltung« nahmen jüdische Mitglieder weiter an der Lehre und am wissenschaftlichen Vereinsleben teil. Die Psychoanalyse wurde u. a. durch ein Aufgebot dankbarer Nazi-Patienten als wirksame Therapie präsentiert, die auch dem NS-Staat dienen könne. Man faßte eine »deutsche« Psychoanalyse in den Blick, mit Hilfe einer politischen Privilegierung und auf Kosten der international-pluralistischen Diskussion. Bestrebungen, die Freudianer in eine übergreifende »Fachschaft« für Psychotherapie einzugliedern, wurden vorerst abgewiesen. 2-3 Jahre lang bemühte sich die DPG, die Kontinuität in den Aktivitäten von Verein, Lehrinstitut und Poliklinik aufrechtzuerhalten. Die Leitung der IPV, wie auch Freud, unterstützte diese Linie. Versuche von Emigranten, die Kontinuität in Frage zu stellen, versandeten. Die Gespanntheit der Lage zeigte sich im Kontakt der neuen DPG-Führung mit Max Eitingon, der seinen Nachfolgern die Solidarität, die sie im Namen der gemeinsamen »Sache« wünschten, als Jude verweigerte. Ab Ende 1935 brach der Status quo zusammen. Wenn man die in Deutschland verbliebenen Analytiker zu verstehen sucht und ihnen nicht a priori die Einfühlung verweigert, gerät man in einen Widerspruch zur gleichzeitigen Identifikation mit den vertriebenen Juden, der sich nicht schlichten läßt. - Der Aufsatz stützt sich weitgehend auf bisher unbekanntes Archiv-Material.