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Die Arbeit geht der Frage nach, wie Exil und Migration in den normalen Prozeß der inneren Umgestaltung früher Objektbeziehungen eingreifen und welche besondere affektive Färbung sie den unvermeidlichen Verlusten des Lebens geben. Um zu klären, worin der psychische Verlust durch das »Herzasthma des Exils« (T. Mann) besteht, wird die Beziehung zum inneren Objekt »Heimat« mit Beispielen aus Literatur, klinischer Praxis und persönlicher Erfahrung erkundet. Ausgehend von Winnicotts Konzepten der Umweltmutter und der Übergangsobjekte wird diese Beziehung im »Übergangsraum« angesiedelt. In diesem intermediären Raum wird das kulturelle Erleben von der Erfahrung der ursprünglichen Einheit mit dem Primärobjekt getragen. Die Realität wird in diesem Raum nicht als ein starres Außen erlebt, sondern im frühen Besetzungsvorgang »erschaffen«. Auf ähnliche Weise erfolgt der Erwerb der Muttersprache, die aufgrund ihrer Verankerung in frühen Interaktionserfahrungen als Container für affektives Erleben fungieren kann. Durch Exil und Migration wird diese tragende Schicht des Erlebens brüchig und die innere Kontinuität fragmentiert. Ein Ankommen im neuen Land ist nur als kreativer Akt der Neuerschaffung von Übergangsräumen und nicht als Anpassung an eine als starr wahrgenommene Realität möglich.