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Caroline Neubaurs Buch kann man getrost als ein Geschenk des Himmels für die Psychoanalyse bezeichnen.
Die »reiselustige Wissenschaftsjournalistin«, wie Klaus Heinrich die Autorin, ehemalige Mitarbeiterin am Institut für Religionswissenschaft der Freien Universität Berlin, im Vorwort bezeichnet, hat den Weg der Psychoanalyse
seit 1975 in Gestalt zahlreicher Kongresse und gelegentlich einer Vielzahl von Anlässen begleitet, bedacht und kommentiert. Gut freudianisch begründet sie ihre anfangs übrigens von der Zunft nicht unbedingt geschätzte Besuchs- und Berichtsaktivität mit »Neugier und Erwerbsgründen«.
Caroline Neubaur spricht von ihrer »selbstgewählten Aufgabe«, der Aufgabe einer »Kirchengeschichtsschreiberin für die Psychoanalyse«. In ihrem umfänglichen Buch verfolgt sie den Anspruch eines »legitimen »Freudianismus«« - hierin der Kirche gleich -, der seine »ganze Geschichte parat haben« müsse. Doch es sollte sich niemand vom Umfang des gewichtigen Buchs abschrecken lassen: Es handelt sich durchweg um kleine Stücke - weswegen das Buch auch schon als Lektüre für die 10-Minuten-Pause andernorts empfohlen wurde - bisweilen skizzenhaft, bisweilen von hohem theoretischem Anspruch, bisweilen erheiternd witzig, immer wieder zum Einüben ins szenische Verstehen einladend. Dabei fehlt es auch nicht an einer Prise bissiger Zuspitzung, etwa wenn der Bericht über den ersten außereuropäischen Kongreß der IPV 1979 in den USA mit der Schilderung des Begleitprogramms beginnt und die Western-Saga, »John Waynes Heldenausfahrt« (im Film »Searcher«), der »Fahrt des Heros übers Meer, Freuds Amerikareise« gegenübergestellt wird, mit dem Unterschied, daß John Wayne ein Gelingen attestiert wird, welches nun mit Freuds Scheitern kontrastiert: »Wenn man so will, hat Freud, anders als beabsichtigt, den Amerikanern mit der Psychoanalyse nicht die Pest gebracht, sondern sein vergiftetes Gastgeschenk retour bekommen: die Psychoanalyse à l'américaine, das amerikanische Unbewußte«.
Die in der Sach