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Die Psychoanalyse hat den Film entdeckt. In vielen psychoanalytischen Instituten haben sich Filmseminare angesiedelt, das International Journal of Psychoanalysis widmet dem Film eine eigene Rubrik, der psychoanalytisch ausgebildete Kinogänger hat es zunehmend leichter, zu dem Film, den er gerade gesehen hat, eine psychoanalytische Interpretation zu finden, die er nachlesen kann. In diesen wichtigen Trend ordnet sich das vorliegende Buch ein. Es handelt vom Zusammenhang zwischen »Film und Psychoanalyse«, wie der Titel ausweist.
Dieser Zusammenhang ist weit gefächert, unübersichtlich weit. Nicht immer ist bei andernorts zu lesenden psychoanalytischen Filmrezensionen klar, welchen Ausgangspunkt die Psychoanalytiker/innen wählen, die Filme deuten; oft genug stellt sich die Frage nach dem spezifischen Beitrag der Psychoanalyse über andere hermeneutische Zugangsweisen hinaus. So ist der Leser dankbar für eine ordnende Hand, die die »Zugangswege zur psychoanalytischen Interpretation von Filmen« in eine Systematik bringt. Gerhard Schneider gibt im ersten Kapitel des Buchs eine Übersicht zur Filmpsychoanalyse. Vor allem der erste Teil dieser Übersicht ist beachtenswert; denn Schneider beginnt bei der ebenso wichtigen wie selten gestellten Frage, »als was überhaupt ein Film, den man psychoanalytisch interpretieren möchte, konzeptualisiert wird« (S. 19). Er unterscheidet folgende Möglichkeiten: der (ganze) Film als Gegenstand oder Quasi-Person, als Wirk-Mittel (zur Erzielung von Wirkungen beim Zuschauer), als Symptom (des Regisseurs oder des soziokulturellen Vor- und Unbewußten) und schließlich als psychoanalytischer Gegenstand in Form- und Inhaltsanalyse (Faktur und Bedeutung). Diese Vor-Annahme zu kennen ermöglicht es, den Standpunkt des analytischen Filmkritikers explizit zu machen, und ist sehr hilfreich für das Verständnis psychoanalytischer Filminterpretation. In einem zweiten Teil, der sich der Methodik der Filmanalyse widmet, überträgt Schneider literatur-psychoanalytis