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Auf Wunsch der Psyche-Redaktion äußere ich mich zu den vorstehenden Kommentaren. Die Äußerung kann knapp ausfallen; ich beschränke mich darauf zu erläutern, warum ich mich einer solchen Debatte entziehe.
Keiner der Autoren, die mich kritisiert haben, ist als Forscher auf dem historischen Feld, um das es geht, ausgewiesen (allenfalls Brainin). Dem von mir erhobenen Material haben sie nichts Nennenswertes hinzuzufügen; sie operieren auf der Meinungs- und Deutungsebene. Hier glauben sie, ohne selbständige Quellenkenntnis mitreden zu können. Aber relevante Aussagen über historische Sachverhalte setzen, wenn nicht die Erhebung der Quellen, dann die Arbeit mit ihnen und die Bereitschaft voraus, die Deutung aus ihnen zu entwickeln. Meine Kritiker dagegen sprechen nicht aus der Sache, sondern gegen meinen Text. Blumenberg scheint immerhin zu ahnen, dass seine begrenzte Quellenarbeit und -kenntnis ein Manko ist; so mag sich erklären, dass er diese Arbeit und Kenntnis grundsätzlich der »Erinnerung« nachordnet. Wenn sich das hermeneutische Problem des Verhältnisses von Material und Deutung so einfach erledigen ließe, wäre historische Forschung müßig.
Das Thema der Nazi-Vergangenheit ist moralisch gewichtig und verführt dazu, einschlägige Aussagen nur noch unter moralischem Aspekt, von heute her, zu beurteilen. Dabei bleiben zu viele Differenzierungen auf der Strecke. Wer sich fragt, ob das Handeln von Eitingon durch jüdisch-gruppenbezogene Motive mitbedingt gewesen sein könnte (Motive, die ihm auch jüdische Zeitgenossen ohne weiteres zuschrieben), oder wer in den Quellen nichts von einem »zerstörerischen und judenfeindlichen Kern der Identifizierung der deutschen Analytiker jener Zeit« (Blumenberg) erkennt, muss mit apriorischem Widerspruch rechnen, als betreibe er die Sache der Antisemiten von einst. Die Verführung zur moralischen Reaktion zeigt sich besonders anschaulich dort, wo Blumenberg es ablehnt, sein Urteil über das Verhalten von Akteuren im »Dritten Reich« auf deren Er