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»Berlin ist ein schwieriger, aber bedeutungsvoller Boden«, schrieb Sigmund Freud seinem Berliner Schüler Karl Abraham anlässlich dessen Eröffnung einer ersten psychoanalytischen Studiengruppe jenseits von Wien im Jahre 1908. Wie verhängnisvoll dieser Boden für die Psychoanalyse tatsächlich sein würde, zeigte sich schon 25 Jahre später: Bereits 1933 legte der damalige Vorsitzende des psychoanalytischen Instituts Max Eitingon gemäß einer nationalsozialistischen Verordnung und auf Drängen der »arischen« Institutsmitglieder den Vorsitz nieder, die Psychoanalyse wurde öffentlich als »Schweinerei« diffamiert, der Verkauf ihrer Publikationen verboten und zahlreiche Analytiker zur Emigration gezwungen. Drei Schwestern Sigmund Freuds wurden im Konzentrationslager ermordet, eine vierte verstarb in Theresienstadt; er selbst konnte nur widerstrebend zur Flucht nach London überredet werden. Die »arischen« Analytiker/innen des Berliner Psychoanalytischen Instituts setzten ihre Arbeit unter Anpassung an nationalsozialistische Ideologien fort, die Umbenennung in »Deutsches Institut für seelische Gesundheit« und die Übernahme der Leitung ab 1936 durch M.H. Göring sind Ausdruck einer problematischen Bereitschaft zur Selbstgleichschaltung. Die Argumentation, man habe so das Erbe der Psychoanalyse retten wollen, ist von eher schwacher Überzeugungskraft und wird bis heute kontrovers diskutiert.
Die zwiespältige Geschichte der Psychoanalyse im Nationalsozialismus wurde anlässlich des internationalen psychoanalytischen Kongresses 1985 in Hamburg erstmals systematisch beleuchtet und im Rahmen einer Ausstellung dokumentiert. Der Psychosozial-Verlag kann sich rühmen, diese Ausstellung nun in einem etwa zweistündigen DVD-Video noch einmal zugänglich zu machen und auch eine Neuauflage des Ausstellungsbandes vorzulegen. Dennoch regt sich beim Betrachten Unbehagen: Sicher ist es lobenswert, eine Ausstellung aufzugreifen, die auch 26 Jahre nach der erstmaligen Darbietung von bestürzender historisc