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»Der Autor als Psychoanalytiker«: dies ist kein kryptischer Hinweis auf Sigmund Freud, dessen Schreibkunst anerkannt ist und auch durch die Verleihung des Goethe-Preises 1930 gewürdigt wurde, sondern der Untertitel von Louis Bregers Buch über Dostojewski. (New York 1989; Neuaufl. New Brunswick 2009). Dieses Buch eröffnete einen sehr fruchtbaren Weg, den Breger, Professor of Psychoanalytic Studies am California Institute of Technology in Pasadena, seitdem erfolgreich verfolgt. Das nächste wichtige Ergebnis dieses Ansatzes ist Bregers Biographie Freud: Darkness in the Midst of Vision (New York 2000). Vor kurzem ist nun ein weiteres Freud-Buch des Autors mit dem provokanten Titel A Dream of Undying Fame: How Freud Betrayed His Mentor and Invented Psychoanalysis erschienen.
Breger signalisierte bereits mit seinem Dostojewski-Buch seine Überzeugung von der explanatorischen Kraft der Psychoanalyse und der Produktivität der psychoanalytischen Methode auch für literarische und biographische Studien. Das ist bekanntlich ein bewährter, wenn auch von literaturwissenschaftlicher Seite stark umstrittener Zugang zur Literatur und zur Biographik, der schon von Freud erprobt wurde. Breger geht hier weiter, indem er den Autor, in diesem Fall Dostojewski, nicht mehr als Patient betrachtet, sondern in den Rang eines »fellow psychoanalyst« erhebt. Neu ist hier nicht die Betonung der psychologischen Kompetenz des Schriftstellers, wird sie doch schon von Freud hervorgehoben. Eine Umkehrung der Pole in diesem »Tauziehen« zwischen Psychoanalyse und Literatur zugunsten der Literatur wäre ebenso wenig überraschend gewesen. Neu bei Breger - und das ist der entscheidende Punkt, der alle obengenannten Werke zu einer glanzvollen Leistung macht - ist die Gleichstellung und Gleichberechtigung, die er einführt und in seinen darauffolgenden Freud-Büchern weiterbetreibt.
Mit dieser Ausrichtung seines Denkens verändert Breger deutlich auch die Freud-Biographik, die über eine reichhaltige Geschichte verf