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Mit The Crescent and the Couch ist ein von vielen Psychoanalytikerinnen und Psychoanalytikern, die muslimische Patienten behandeln, dringend erwarteter Band erschienen. Endlich wird dem in den psychoanalytischen Gemeinschaften vernachlässigten Thema ein gewichtiger Platz eingeräumt. Vorurteile über Islam und Muslime, Ausschlussdenken und -handeln sind nicht erst seit dem 11. September weit verbreitet. Die Beiträge machen deutlich, dass auch in den psychoanalytischen Vereinigungen derartige Vorurteile und Ausgrenzungen existieren und muslimische Analytiker sich persönlich angegriffen fühlen. Salman Akhtar greift dies in seinem Vorwort auf. Sein Anliegen wird in folgenden Worten deutlich: »Mein Ziel in dieser Auseinandersetzung war, für die Beiträge muslimischer Analytiker Aufmerksamkeit zu schaffen und ihnen zu ermöglichen, Seite an Seite mit ihren jüdischen, christlichen, Hindu-, Sikh-und Parsi-Kollegen zu stehen, ohne im Trüben ethnischer Unsichtbarkeit unterzugehen. In seiner wahren Eigenart erkannt zu werden, ist letztlich eine der bedeutsamsten Anerkennungen des Subjekts. Denn nur im Gefühl der vollständigen persönlichen und sozialen Anerkennung ist es möglich, die eigene Fähigkeit zu entfalten und damit in einen wahrhaftigen Austausch mit anderen zu treten« (S. 333).1
Die Lektüre wirft vielfältige Fragen zu Kultur, Religion, Identität sowie den Umgang der Psychoanalytiker miteinander auf, die mit Sicherheit nicht nur den Islam betreffen. Die Unterteilung in sechs Kapitel gibt sofort einen Eindruck davon, welch breiten und zugleich fein geknüpften Teppich Akhtar vor uns ausbreitet. Einem kurzen Abriss der Geschichte und der grundlegenden Annahmen des Islam (Hamada Hamid) und einem Beitrag zur Person des Propheten Mohammed (George Awad) im ersten Kapitel (»Vorrede«) folgen im zweiten Kapitel (»Charaktere«) Beiträge zum großen Sufi-Dichter des 13. Jahrhunderts Rumi (M. Hossein Etezadi), zum Begründer der modernen Türkei Atatürk (Vamik D. Volkan & Norman Itzkowitz),