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Der Dialog zwischen westlicher und östlicher Philosophie hat in Deutschland Tradition. Goethes Begeisterung für den iranischen Poeten und Philosophen Hafis Nemeh ist ein lebendiges Beispiel dafür. In ihm glaubte er seinen geistigen Zwillingsbruder gefunden zu haben. Schopenhauers Werk entwickelte sich unter dem tiefen Eindruck, den die Upanishaden, frühe Formen des nicht systematischen Philosophierens in Indien, in ihm hinterlassen hatten. Die Inspiration des westlichen Denkens durch die fernöstliche Kultur findet u.a. in den Schriften des großen Indologen und Philosophen Paul Deussen und im Werk Heinrich Zimmers im letzten Jahrhundert einen Höhepunkt. Deussen war eng mit Nietzsche befreundet, gleichzeitig stand er im Dialog mit Vivekananda, einem der größten indischen Philosophen neuerer Zeit. Heinrich Zimmer, der mit Carl Gustav Jung befreundet war, setzte sich intensiv mit dem Verhältnis zwischen Yoga und Buddhismus aus Sicht der westlichen Philosophie auseinander. Sein Einfluss auf Jung ist deutlich.
Freud hingegen konnte sich der Begeisterung C. G. Jungs für die östlichen Theorien der Spiritualität nicht anschließen. Ihm schien die junge Wissenschaft der Psychoanalyse nicht gefestigt genug, um sich dem »unüberschaubaren Okkultismus« gegenüber klar abgrenzen und behaupten zu können. So bat er Carl Gustav Jung darum, dafür Sorge zu tragen, dass die Sexualtheorie der Psychoanalyse niemals aufgegeben werde, als Bollwerk gegen die »schwarze Schlammflut des Okkultismus«.
Freuds späteres Zerwürfnis mit Jung und die daraus erwachsenen Verletzungen mögen dazu beigetragen haben, dass es im deutschsprachigen Raum der Psychoanalyse - anders als in der Philosophie - zunächst nicht zu einer tieferen Auseinandersetzung mit dem fernöstlichen Denken kam. Freuds Position war eindeutig ablehnend. In seiner Auseinandersetzung mit Romain Rolland und dessen Bekenntnis zu einem ozeanischen Gefühl antwortet er unter anderem: »Ich wiederhole das Bekenntnis, daß es mir sehr beschwerlich i