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Viktor von Weizsäcker (1886-1957) gehört zu den ersten Impulsgebern und Autoren dieser Zeitschrift. Seit er 1926 Freud in Wien aufgesucht hat, um ihm zu danken, dass dieser ihm die Freude an seinem Beruf wiedergegeben hatte, hörte er nicht auf, sich mit ihm auseinanderzusetzen und auch in widrigen Zeiten für die Psychoanalyse, die ihm unentbehrlich war und in der er einen der bedeutendsten Beiträge zur Medizin im 20. Jahrhundert erkannte, öffentlich einzutreten. Im Wintersemester 1945/46 war Weizsäcker der erste, der an einer deutschen Universität eine Vorlesung über »Sigmund Freuds Psychoanalyse in der Medizin und Geistesgeschichte« hielt. Seine 1933 in der Internationalen Zeitschrift für Psychoanalyse veröffentlichte Studie über »Körpergeschehen und Neurose« bezeichnete er als »für meine gesamte weitere Forschung entscheidend« (1986 [1944], S. 156). Weizsäckers Werk ist also einerseits Teil der Wirkungsgeschichte der Psychoanalyse. Andererseits ist es von ihr weitgehend unabhängig. Er war und wurde kein Psychoanalytiker, hat sich nie einer eigenen Analyse unterzogen und hatte der Psychoanalyse — gemeint ist hier immer die Psychoanalyse Sigmund Freuds — durchaus bedenkenswert Kritisches zu sagen. Eine Auseinandersetzung mit seinem Denken