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Ausgehend von einem am Sigmund-Freud-Institut in Frankfurt/M. durchgeführten Forschungsprojekt, in dem Zeitzeugen der chinesischen Kulturrevolution und jeweils eines ihrer Kinder interviewt wurden, wird die Frage nach der Berechtigung einer kollektiven Trauma-Diagnose untersucht. Im Kontrast zum Begriff des kollektiven Traumas spricht der Autor sich für das Konzept einer sozialen Breitenwirkung individueller Traumatisierung aus, um der Offenheit gesellschaftlicher Entwicklungen, die nicht vorhersagbar und planbar sind, sowie der prinzipiellen Nicht-Erkennbarkeit der Gesellschaft Rechnung zu tragen.