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Der Autor geht davon aus, dass die Frage nach der psychoanalytischen Identität schon durch die Behandlungssituation aufgeworfen wird. Entgegen neueren Tendenzen, diesen Begriff abzuschaffen, wird die Diskussion dieses Begriffs sowohl für unser analytisches Selbstverständnis als auch für die Bewältigung der aktuellen berufspolitischen Fragen als unverzichtbar angesehen. Die Erläuterung der philosophischen Grundlagen des Identitätsbegriffs sowie seiner psychologischen und soziologischen Implikationen lässt erkennen, dass mit der Frage nach der Identität immer auch das Nichtidentische angesprochen ist. Dieser Ansatz ermöglicht eine kritische Betrachtung der historischen Entwicklung unserer psychoanalytischen Gruppenidentität mit ihren weitreichenden Folgen für unsere Institutionen, unsere Ausbildung und unser späteres berufliches Selbstverständnis. Die Beziehungen zwischen persönlicher und psychoanalytischer Identität bleiben jedoch zwangsläufig prekär. Die Notwendigkeit, psychoanalytische Identität in Beziehung zum Nichtidentischen zu setzen, stellt uns vor die Schwierigkeit, uns über Inhalt und Bedeutung dieses Begriffs immer wieder neu zu verständigen.