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Dreißig Jahre lang hat das Frankfurter Institut für Sexualwissenschaft gesammelt und zehn Jahre editiert, um das erste Personenlexikon der Sexualforschung vorzulegen. Fast 200 Artikel zu Personen, deren Wirken maßgeblich zur Erforschung der vita sexualis beigetragen hat, liegen nun in einem beeindruckenden Werk vor. Das Personenlexikon ergänzt überdies Volkmar Siguschs 2008 erschienene Geschichte der Sexualwissenschaft.
Die Artikel im Personenlexikon gliedern sich in einführende Worte zur Bedeutung der jeweiligen Person, ihre Vita, die Zusammenfassung des Gesamtwerkes, eine Auswahlbibliographie sowie eine Auswahl sekundärer Literatur. Die Artikel beinhalten jedoch nicht nur für die Geschichte der Sexualforschung relevante Informationen. Es werden ebenso Ergebnisse anderer Forschungen vorgestellt, aber auch Anekdoten aus dem Leben der jeweiligen Person erzählt. Oft begeben sich die Autorinnen und Autoren der Artikel auf eine Spurensuche. Dies gibt dem Buch einen erfrischenden Charakter und lädt zum Stöbern in der Geschichte der Sexualforschung ein.
Während andere wissenschaftliche Disziplinen über Personenlexika verfügen, so Sigusch und Grau, gab es bisher kein Nachschlagewerk über die Personen, die »in ihrer Zeit das Denken über Lust, Liebe und Sexualität beeinflusst haben« (S. 10). Dies liegt ihrer Meinung nach an der prekären Situation des Faches, das heute an nur wenigen Universitäten gelehrt wird. Die Ursachen dafür liegen nicht zuletzt bereits in der Zerstörung von Magnus Hirschfelds Institut für Sexualwissenschaft in Berlin durch die Nazis und die Vertreibung jüdischer und politisch linker Wissenschaftler aus Nazideutschland und den annektierten Ländern. Forscher aus Deutschland und Österreich seien bis dato in der Sexualwissenschaft weltweit führend gewesen (vgl. S. 10).
Es ist so ein besonderes Anliegen der Herausgeber, dem Vergessen der frühen jüdischen Sexualforscher entgegenzuwirken. Berichtet wird nicht nur über die Pioniere der Sexualforschung (Paolo Mante