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Ausgehend von der Fallvignette eines Jungen mit objektlos wirkenden Wutanfällen wird die Bedeutung triadifizierender und triangulierender Prozesse für die psychische Entwicklung des Kindes aufgegriffen. Als triadische Kompetenz (= Kompetenz, triadische Beziehungen zu gestalten) im Kontext der Elternschaft wird die Fähigkeit von Vätern und Müttern bezeichnet, ihre (zukünftigen) familialen Beziehungen zu antizipieren und zu konzeptualisieren - d. h. das Kind als Drittes bereits auf der Ebene der Vorstellung in die eigene Beziehungswelt zu integrieren -, ohne sich selbst oder den Partner aus der Beziehung zum Kind auszuschließen. Die Ergebnisse einer prospektiven longitudinalen Längsschnittstudie an Familien mit ihrem erstgeborenen Kind, die einen Entwicklungszeitraum von der Schwangerschaft bis zum Latenzalter umspannt, verweisen darauf, dass die triadische Kompetenz eine stabile und schon früh in der Familienentwicklung valide und reliabel erfassbare Dimension ist, die dem Kind positive Entwicklungsmöglichkeiten eröffnet. Gerade in der Latenzphase, in der ein gesundes Kind starke Integrationsleistungen angesichts präödipaler und ödipaler Konflikte vollzieht, ermöglichen das Vorhandensein einer inneren triadisch strukturierten Objektwelt und damit vorhanden flexibler triadischer Innenräume integrative Bewegungen. Es wird dafür plädiert, auch in der politischen Diskussion über Lebens- und Betreuungsformen kleiner Kinder die öffnende und regulierende Funktion triadischer Beziehungserfahrungen zu berücksichtigen und der triadischen Kompetenz als einer wesentlichen Fähigkeit des (Kinder-)Analytikers in der Ausbildung Beachtung zu schenken.