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Der Begriff der Beschleunigung ist in jüngster Zeit in ganz unterschiedlichen Diskursen gleichsam über Nacht mit einer welterklärenden Potenz aufgeladen worden. In den psychoanalytischen Zeitdiagnosen rückt er geradezu an die Stelle, die uns erklären soll, warum die Dinge rund um die Seele heute nicht mehr so stabil, wohlgeformt und überschaubar ablaufen wie noch gestern. In seinem Essay zeichnet Reiche nach, wie der von dem Historiker Reinhart Koselleck ausgearbeitete Epochenbegriff der »Beschleunigungserfahrung« von dem Soziologen Hartmut Rosa zu einer soziologischen Weltformel gesteigert wird – und dabei unter der Hand die untergegangene Weltformel von Marx (G-W-G') beerbt.