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Für Alice im Wunderland ist das weiße Kaninchen, welches unentwegt durch die Gegend rast und keine Zeit hat, noch eine komische Figur, die im Ensemble mit dem verrückten Hutmacher, der Grinsekatze und anderen seltsamen Figuren aus dem Kabinett der Phantasie auftritt. Die Zeit hat sich seitdem buchstäblich geändert. Der Hutmacher ist noch genauso verrückt, aber weiße Kaninchen sind inzwischen der Normalfall. Die Modernisierung der Gesellschaft hat, so die übereinstimmende Feststellung der Zeitdiagnostiker, zu einer enormen Beschleunigung geführt. Die technischen und sozialen Bedingungen sorgen dafür, dass immer mehr möglich und wirklich wird. Wir sind entsprechend Zeitartisten: morgens in Wien, mittags in Frankfurt, abends wieder zurück; wir sind dabei qua E-Mail und Handy für alle erreichbar und qua Internet mit allem in Kontakt; wir koordinieren und balancieren eine Fülle von unterschiedlichen Themen, Beziehungen, Aktivitäten.
Die Kehrseite ist der Druck, mit der Verdichtung und intensiven Nutzung der Zeit Schritt halten zu müssen. Dass das nicht nur positive Effekte hat, ist evident. Immer in Bewegung sein zu müssen, ist in jeder Hinsicht immer auch riskant. Speed kills - das musste im Märchen schon der Hase erfahren, der versuchte, im Wettlauf gegen die allgegenwärtige Konkurrenz mitzuhalten. Man ist zwar schneller unterwegs, aber bleibt selbst auf der Strecke. - Im Vorwort des Buches heißt es zur Wahl des Titels: »Zeitgewinn und Selbstverlust: Mit dieser Verknüpfung und Entgegensetzung soll übergreifend markiert werden, dass im Zeitgewinn - der in vielen gesellschaftlichen Bereichen wie im unmittelbaren Alltag durchaus positiv konnotiert sein kann als ein Zuwachs an Möglichkeiten - zugleich eine Ambivalenz steckt, ein Potential des Verlusts oder gar der Destruktivität auf unterschiedlichen Ebenen des Sozialen und des Psychischen. Die verschiedenen Folgen, Ambivalenzen und Grenzen der Beschleunigung werden in diesem Band genauer betrachtet« (S. 10).
Das Bedrohungsp