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Hans-Geert Metzger hat innerhalb kurzer Zeit ein zweites Buch über die Bedeutung des Vaters vorgelegt (vgl. Dammasch & Metzger 2006). Er kommt damit einem dringenden Bedarf nach, denn die Rolle des Vaters in der Gesellschaft und für das Individuum war lange Zeit ein zwiespältiges Kapitel. Da waren die Väter, die traumatisiert aus dem Krieg kamen. Da waren die Söhne, die den Aufstand gegen eben diese Väter machten und sich nicht mit ihnen identifizieren konnten und wollten. Es entstand ein Leerraum, der lange nicht gefüllt werden konnte. Die frühe Mutter-Kind-Beziehung rückte in den Mittelpunkt des Interesses. Zugleich aber machte sich ein trübes Bild von den Vätern breit. Sie wurden verdächtigt, ihre Töchter und Söhne zu missbrauchen, man glaubte sogar, ganz ohne sie auskommen zu können. Sie wurden aus einer bestimmten Richtung des Feminismus schlichtweg zu »Erzeugern« herabgestuft. Aber die vielerlei Verhaltensstörungen bei vorwiegend männlichen Kindern und Jugendlichen, über die Erzieherinnen und Lehrer klagen, lassen keinen Zweifel daran, dass es sich dabei überwiegend um Kinder ohne Elternpaar handelte, gewöhnlich fehlt der Vater. Die Erziehung liegt zunehmend in den Händen der Mütter, sei es dass sie Alleinerziehende sind, sei es dass der Vater sich der Familie zu wenig widmet oder vom ökonomischen Überlebenskampf so beansprucht ist, dass er sich rein zeitlich oder emotional nicht mehr um Frau und Kinder kümmern kann. Sein Fehlen wirkt sich vor allem auf Jungen entwicklungsstörend aus. Die Einseitigkeit des weiblichen Einflusses findet im öffentlichen Bereich, im Kindergarten und in der Grundschule mit ihrer »personellen und inhaltlichen Femininisierung der Pädagogik« ihre Fortsetzung (Dammasch, S. 237).
Unter Vatermangel verstehen wir entweder physische oder emotionale Abwesenheit. Beides hat unmittelbare Auswirkungen auf das Kind, aber auch mittelbare, denn die Mütter reagieren darauf und werden in der Erziehungsaufgabe