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Eine besondere Eigenschaft der Kunst liegt darin, unmittelbare, nicht-repräsentierte Erfahrungen (die Bion mit der Chiffre O bezeichnete) in einen Zustand der Transformation wie auch der Evokation zu bringen. Der Leser wird zunächst eingeladen, diese Evokation in der Auseinandersetzung mit Kunstwerken von Samuel Bak, Jean-Michel Basquiat und Auguste Renoir nachzuvollziehen. In dem nachfolgenden theoretischen Teil des Artikels wird dann die These, dass die ästhetische Transformation wie auch Evokation ein wesentliches Merkmal von Kunst sei, im Zusammenhang mit Bions Theorie des Denkens erläutert. Indem wir uns auf ein Kunstwerk ohne Anspruch auf ein begriffliches Verstehen einlassen, werden wir zu Zeugen einer Erfahrung, die sich in der Identifikation mit O konstituiert. Bions Vorstellungen zur Transformation nicht-repräsentierter Erfahrungen finden damit einen deutlichen Bezug zur postmodernen Ästhetik des Nicht-Darstellbaren bzw. des Erhabenen, z. B. bei Jean-François Lyotard.