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Künstlerisches Phantasieren wird als Wiederanlehnung aufgefasst: Im körperlich vermittelten künstlerischen Arbeiten wird sich dem materialen Objekt erneut zugewendet, was sich als Produktion kunstspezifischer Befriedigungsmöglichkeiten lesen lässt. Durch die Wiederholung körperlicher Interaktionsprozesse können künstlerische Ichfunktionen libidinös besetzt und quasi-erogene Zonen gebildet werden. Im Rahmen eines revidierten Sublimierungskonzepts ist dies als zweiphasiger Prozess aufzufassen, in dem sich an die Desexualisierung eines Wechsels von Triebziel/-objekt eine Libidinisierung der künstlerischen Handlungsabläufe realisiert. Dies ist nur möglich, wenn das Gegenüber so erlebt wird, als sei es Subjekt. In einem Ineinander von Prozessidentifizierung und Prozessprojektion identifiziert sich der Künstler im Zuge seiner Tätigkeit ebenso mit seinem eigenen In-Beziehung-Stehen zum künstlerischen Material, wie er diesem auch projektiv zuschreibt, der Möglichkeit nach absichtsvoll und gefühlsgetragen zu ihm in Beziehung stehen zu können. Dies führt zu einer phantasierten Subjektivierung des künstlerischen Objekts zum Kunstwerk und zu einer Erweiterung kunstspezifischer Beziehungsmöglichkeiten, in deren Rahmen jenes zur materialen Repräsentation der künstlerischen Beziehung werden kann.