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Lost in Translation führt den Zuschauer nach Tokio ins Hotel Park Hyatt und lässt ihn dort an der Begegnung zweier Menschen teilnehmen, die unterschiedlicher nicht sein können: Bob Harris, ein alternder amerikanischer Filmschauspieler (Bill Murray), und Charlotte, die junge Ehefrau eines bekannten Fotografen, die gerade ihr Philosophiestudium beendet hat (Scarlett Johansson). Beide kommen in dem Wunsch, der Einsamkeit des Hotels zu entfliehen, einander näher und beginnen eine Beziehung, die alles zu versprechen scheint, bis sie mit der Abreise Bobs ihr abruptes Ende findet, kaum dass sie begonnen hat. In den Filmkritiken wird der Film ganz überwiegend als eine Meisterleistung gefeiert. Sofia Coppola hat für ihr Drehbuch 2004 einen Oscar erhalten, und fünfmal wurde der Film für den Golden Globe nominiert. Die Zuschauerreaktion fällt nicht ganz so eindeutig aus. Die Kommentare im Internet reichen von »todlangweilig« über »nachdenklich stimmend« bis hin zu »aufwühlend«, »bewegend« oder »wunderbar«. Auch ich empfand, nachdem ich den Film zum ersten Mal gesehen hatte, zunächst ein gewisses Zögern, mich weiter auf ihn einzulassen.
Der Film präsentiert ein Grundgefühl von unerfüllter Sehnsucht, das die beiden Hauptdarsteller von Szene zu Szene begleitet, während der Zuschauer zusammen mit ihnen vergeblich auf Erlösung von diesem quälenden Zustand wartet. Wenn die beiden am Schluss des Films voneinander Abschied nehmen, dann ist dieser Abschied auch von dem Schmerz darüber überschattet, was in dieser Beziehung nicht geschehen ist und vermutlich nie mehr geschehen wird. Es schleicht sich ein Gefühl der Vergeblichkeit ein. Und trotzdem sind Bob und Charlotte am Ende des Films nicht mehr die, die sie am Anfang waren. Sie haben sich verändert - beide, und dem Abschied ist auch ein Quäntchen Glück beigemischt.
Was war geschehen? Hat in dem Film doch etwas stattgefunden, was sich in keiner Liebesromanze, die irgendwann mit einem schmerzlichen Erwachen endet, fassen lässt, und auch