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Wer heutzutage mit jungen Studierenden der Psychologie, Medizin oder Pädagogik über Psychoanalyse spricht, stößt oft auf Skepsis, wenn nicht gar auf Ablehnung. Mittlerweile tendiert eine breite Mehrheit der an Psychotherapie interessierten Studenten zu einer verhaltenstherapeutischen Ausbildung, und selbst innerhalb der sogenannten psychodynamischen Verfahren wählen sie vergleichsweise selten die Psychoanalyse. Bei näherer Beschäftigung mit den möglichen Ursachen fällt nicht zuletzt eine verbreitete Unkenntnis über den theoretischen und klinischen Entwicklungsstand der zeitgenössischen Psychoanalyse auf, welche mit einer Einschätzung vom Veralten der Psychoanalyse einhergeht. Ein anderer Kritikpunkt betrifft den Eindruck mangelnder Klarheit oder Zersplitterung innerhalb der psychoanalytischen Theorie. Diese defizitären Bilder dürften zumindest mitverantwortlich sein für den deutlichen Rückgang an Bewerbern um eine psychoanalytische Ausbildung. Umso mehr ist eine anschauliche, gut lesbare Darstellung psychoanalytischen Wissens und Handelns gefragt, die Studierenden, aber auch Ausbildungsteilnehmern und praktizierenden Analytikern einen Zugang zur tatsächlichen Lebendigkeit heutiger Psychoanalyse vermitteln kann.
Wolfgang Mertens hat nun ein Taschenbuch über psychoanalytische Schlüsselbegriffe vorgelegt, das die beschriebene Lücke in erfreulicher Weise schließen hilft. Das Anliegen von Mertens besteht darin, angesichts einer mittlerweile »nahezu unüberschaubaren Anzahl von Minitheorien« (S. 11) und einem zumindest äußeren Eindruck zunehmender Fragmentierung des psychoanalytischen Theoriegebäudes einen klinisch begründeten Leitfaden zu geben. Er geht davon aus, dass sowohl der klassischen Psychoanalyse als auch den von ihr abgeleiteten Verfahren spezifische Erkenntnishaltungen zugrunde liegen, mit denen die unbewussten Modi der Beziehung zwischen Therapeut und Patient reflektiert und je nach Angemessenheit gedeutet werden. Im Rahmen seiner klinischen Orientierung will e