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Wie Psychoanalyse gelehrt und gelernt werden kann, ist ein empfindliches Thema; schon bei Ferenczi, Rank, Bernfeld finden sich viele kritische Töne. Der Chor der Kritiker war nie verstummt. Neuerdings hat Kernberg auf die intellektuellen Defizite der Weiterbildung hingewiesen, auf die Abschottung gegenüber Innovation, gegen wissenschaftliche Nachbarn, gegen Methodenreflexion und Forschung. Mary Target hatte den psychoanalytischen Instituten eine »Familientherapie« verordnen wollen als Antidot gegen zu viel Klüngel und undurchsichtige Machtstrukturen. Vor allem hatte sie gefordert, dass Theorie gelehrt werden muss, während man Erfahrung nur machen kann - und dann moniert, dass viele Lehrende die Theorie nicht lehren, sondern auf Fallbeispiele verweisen. Die aber sind immer theoriekonform formuliert, und so hat der Fall keine Chance gegen die Theorie. Der Fall kann uns nicht mehr überraschen.
Worin eigentlich besteht psychoanalytische Kompetenz? Das Problem wird durchaus als aktuell erkannt; das Büchlein von Herbert Will über Psychoanalytische Kompetenzen ist zu Recht weit verbreitet. Ein Schwerpunkt von Jutta Kahl-Popp ist zunächst die Kritik des psychoanalytischen Ausbildungssystems. Was sie zusammenträgt, gewinnt in dieser Zusammenballung kritische Masse. Und es erschüttert. Ich weise auf ihre begründete Übernahme der Kritik des psychoanalytischen Über-Ich-Komplexes aus den Arbeiten von