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Nach der ersten Tagung im November 2008 in Berlin (Psychoanalyse hinter dem Eisernen Vorhang) ging es am 1./2. Oktober 2010 um den Aufbruch der Psychoanalyse in den psychoanalytischen Zentren Budapest und Berlin zu Beginn der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts.1
Der Veranstaltungsort - die hellen, großzügigen, modernen Gebäude des Collegium Hungaricum in Berlin Mitte, gegenüber der Museumsinsel, umgeben von den restaurierten oder wiederhergestellten historischen Gebäuden des alten Berlin - stellte eine anschauliche Verbindung her zwischen dem »psychoanalytischen Aufbruch« nach dem Ersten Weltkrieg und der Gegenwart.
Nach der Begrüßung der Teilnehmer durch den Direktor des Collegium Hungaricum, János Can Togay, und Martin Teising für die DPV hielt Ulrike May den Eröffnungsvortrag: »Ein ungarischer Baron in Analyse bei Freud. Plädoyer für die Rückkehr der Vernunft.«
Baron Dirsztay war einer der Patienten von Freud, die lange Analysen bei ihm gemacht haben. Seine Behandlung umfasste - in drei Abschnitten - insgesamt 1400 Behandlungsstunden. Anders als beim »Wolfsmann« muss seine Bedeutung für Freuds Denken bei der Ausarbeitung der psychoanalytischen Theorie und in Freuds Schriften durch detektivische Spurensuche erschlossen werden. Ulrike May verband dabei die spärlichen Hinweise auf diesen Patienten in Freuds Nachlass mit dem, was über das Leben des Barons und seine Einbindung in die kulturelle Szene der Zeit bekannt ist. Er war ein nicht sehr erfolgreicher Schriftsteller, hatte aber vielfältige Kontakte zu Malern, Schriftstellern, Musikern im beginnenden 20. Jahrhundert, so zu Karl Kraus, Arthur Schnitzler, Richard Strauss und Gustav Mahler. Während seiner Analyse bei Freud schrieb der Baron einen autobiographischen Roman, Der Unentrinnbare, in dem er die Entwicklung der Vorstellung von einem Doppelgänger als eine Aufteilung des Ich beschreibt, die in einem bedrohlichen, verfolgenden Szenarium endet.
Davon ausgehend, dass seine Analysanden »in Freud präsent« gewese