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Die deutschsprachige Psychoanalyse wurde stark von Abraham geprägt, sodass es angebracht ist, seinen Beitrag zur Entwicklung unseres analytischen Denkens und Handelns zu untersuchen. Im Folgenden wird die frühe Geschichte des Konzepts der Analerotik, beginnend mit der ersten Auflage von Freuds Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie (1905) bis zu Abrahams Versuch einer Entwicklungsgeschichte der Libido (1924), rekonstruiert. Das Interesse gilt insbesondere Beiträgen, die eine Affinität zum Ansatz von Abraham aufweisen. Das ist der Fall bei Publikationen von Jones, Stärcke und Ophuijsen. Sie haben zusammen mit Abraham die Arbeit am Konzept der Analerotik vorangetrieben, nachdem Freud 1916 aufgehört hatte, über dieses Thema zu publizieren. Die wichtigsten Modifikationen, die sie vornahmen, zeichnen sich dadurch aus, dass sie dazu tendierten, (1) das Primat des Sexuellen aufzugeben und den Stellenwert der Destruktivität zu erhöhen, (2) Autoerotik und Narzissmus durch Sadismus zu ersetzen und (3) nichttriebhafte Faktoren, unter ihnen das Ich, außer Acht zu lassen. Außerdem wurden die Partialtriebe, die bei Freud den ödipal/genitalen Regungen nachgeordnet waren, zu Motivkräften mit eigenen Zielen erklärt.