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Es klingelt an der Praxistür - lang oder kurz? Der Patient tritt ein, gibt die Hand oder auch nicht, schaut die Therapeutin an - freundlich oder abweisend, folgt ihr oder geht voraus oder entschwindet auf die Toilette, setzt oder legt sich oder bleibt stehen mit einem Antragsformular für die Therapieverlängerung in der Hand … Alltagsszenen am Beginn und am Ende der analytischen Behandlungsstunde, wie Therapeut/innen sie täglich mehrmals erleben. Auch für die Stuttgarter Psychoanalytikerin Christian-Widmaier sind dies Szenarien des Alltags, die den kulturell üblichen Umgangs- und Höflichkeitsformen entsprechen, von diesen geformt sind und entsprechend den ethnischen und sozialen Milieus mehr oder weniger fein nuanciert variiert werden. Zugleich aber sind sie mehr als das, denn sie finden an der raum-zeitlichen Grenze zu einem therapeutischen Geschehen statt, das infolge seiner bewusst gewollten Begegnung und Auseinandersetzung mit dem Unbewussten der Patient/innen spezifische Bedingungen aufweist, unter welchen sich die psychischen Strukturmerkmale der Patient/innen und die Dynamik in der Beziehung zur Therapeutin bemerkbar machen. Die hier stattfindenden Prozesse der Regression, Übertragung und Gegenübertragung, der Projektionen, Identifikationen, Widerstände etc. bedürfen des sicheren Rahmens, um sich entwicklungsfördernd entfalten zu können, erlebbar, begreifbar und integrierbar zu werden - nach und nach.