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August Ruhs' Einführung in die strukturale Psychoanalyse ist wahrlich nicht die erste Einführung in das dichte, nur schwer zugängliche Werk Jacques
Lacans (und wird auch gewiss nicht die letzte sein). Was diese Publikation indessen hervorhebt, ist die Kombination von »dogmatischer« Darstellung und didaktischer Anwendung. Es beweist, dass eine »Einführung« nicht zwangsläufig darin mündet, dem neugierigen Anfänger lediglich ein möglichst kompaktes und abgerundetes Kompendium der wichtigsten Konzepte in die Hand zu geben. Ruhs - sowohl praktizierender Psychoanalytiker als auch Universitätslehrer - spricht in diesem Buch, das aus Vorlesungen für Studenten hervorgegangen ist, nicht nur über Lacan, er demonstriert zugleich (nicht allein didaktisch vorbildlich, sondern auch theoretisch originell), wie man mit Lacan arbeiten kann: How to do things with Lacan …
Nach einer einleitenden Bestimmung des Menschen als ein »Sprechwesen« (S. 11), dessen Identität an die drei Kategorien des Realen, Imaginären und Symbolischen gebunden ist (S. 12), die sich anhand von Lacans topolo-gischem Modell des Borromäischen Knotens situieren lassen (S. 14), folgt ein Überblick über das Werk und Leben Lacans, in dem im Wesentlichen Élisa-beth Roudinescos Biographie sowie Teile des von ihr und Michel Plon herausgegebenen Wörterbuchs der Psychoanalyse zusammengefasst werden.
Der Hauptteil des Buches gliedert sich in drei Schwerpunkte: Im ersten, überschrieben mit »Die wichtigsten Lacanschen Theoreme«, erörtert Ruhs, wie Lacan das Subjekt als ein gespaltenes entwirft. Dazu wird zunächst der weithin bekannte Aufsatz aus Lacans Frühwerk, »Das Spiegelstadium als Bildner der Ichfunktion«, als Referenz herangezogen, an den sich ein sprachwissenschaftlicher Exkurs sowie schließlich die wichtige Unterscheidung der (allzu oft auch von praktizierenden Psychoanalytikern in ihren Fallbeschreibungen undifferenziert verwendeten) Termini Trieb, Bedürfnis, Anspruch und Begehren anschließen.
Dass der Befund einer b