You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Im vergangenen Jahr ist Band 1 der ungekürzten Ausgabe der Brautbriefe erschienen, die Sigmund Freud und Martha Bernays 1882 bis 1886, während ihrer rund vierjährigen Verlobung, miteinander gewechselt haben. Es handelt sich um die umfangreichste und intimste Freud-Korrespondenz, abgesehen von einer kleinen Briefauswahl bisher unveröffentlicht. Ilse Grubrich-Simitis ist Mitherausgeberin der insgesamt fünfbändigen Edition dieses Dokuments aus der Vorgeschichte der Psychoanalyse. In ihrem Vortrag zur Eröffnung des 47. IPA-Kongresses in Mexico City, der Anfang August 2011 unter dem Thema »Exploring Core Concepts: Sexuality, Dreams and The Unconscious« stand, zeigt sie im ersten Teil, daß bereits in diesen frühen Briefen, durchaus auch in denjenigen Marthas, Keime psychoanalytischer Grundkonzepte sowie sogar der psychoanalytischen Methode zu entdecken sind. Im zweiten Teil des Vortrags leuchten zwei Portraits auf: erstmals tritt Martha Bernays in Erscheinung, und vom jungen Freud entsteht ein komplexes, faszinierend neuartiges Bild.