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Während seines zweiten Studienjahrs an der Universität Wien hat Sigmund Freud intensiv Werke des Philosophen Ludwig Feuerbach gelesen. Obwohl Historiker der Psychoanalyse Feuerbachs Einfluss auf Freud, vor allem hinsichtlich Fragen der Religion, durchaus erkannt haben, steht ein tieferes Verständnis der Wirkung Feuerbachs noch aus. Zu jener Zeit lobte Freud Feuerbach als denjenigen, »den ich unter allen Philosophen am höchsten verehre und bewundere«. Auch wenn er ein halbes Jahrhundert später gestand, dass er sich keines nachhaltigen Einflusses von Feuerbachs Ideen bewusst sei, haben Wissenschaftler wiederholt gefordert, die Beziehung zwischen Feuerbach und Freuds Schriften genauer zu betrachten. Der vorliegende Aufsatz stellt sich dieser Herausforderung und untersucht Feuerbachs Schriften im Hinblick auf spezifische Aspekte im Werk Freuds.