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Das Buch des Mailänder Analytikers Franco De Masi versammelt Arbeiten des Autors aus mehr als einem Jahrzehnt. De Masis Überlegungen zu den unterschiedlichen psychotischen Phänomene wie Symptombildung, Identitätsstörung, Rückzugsverhalten, Überich und Übertragung, denen dann die einzelnen Kapitel gewidmet sind, lassen sich vier Kernthesen über das Psychotische zuordnen:
Die psychogenetischen Ursachen sieht De Masi in fundamentalen Störungen der existenziell notwendigen Beziehungen des Säuglings zum mütterlichen Primärobjekt. Das für die Psychosen im Unterschied zu anderen schweren seelischen Erkrankungen spezifische Moment liegt darin, dass traumatisch
wirksam nicht nur das Scheitern der Container-contained-Beziehung ist, sondern auch das daraus sich ergebende Misslingen der Identifizierung mit der Alpha-Funktion des Primärobjekts, besonders aber die daran gekoppelte fehlende resp. aggressiv erzwungene Internalisierung der affektiven Spiegelung durch das Primärobjekt. Dies verhindert die Strukturierung der Kernselbst-Identität in bedeutungsvollen Beziehungen sowie die Entwicklung der Repräsentanzen. Das Kind wird vielmehr in Umkehrung der Container-contained-Beziehung Objekt elterlicher Projektionen und kann nur in diesem Zustand der negativen oder Nicht-Existenz ein Anrecht auf seelisches Leben besitzen. Da sich diese Übergriffe und das Versagen der Umwelt zu einem Zeitpunkt der Entwicklung ereignen, da Erfahrungen mit präsymbolischen Modi und mit Hilfe des impliziten Gedächtnisses verarbeitet werden, also noch vor der Entwicklung des expliziten, deklarativen Gedächtnisses sowie der Repräsentanzenbildung und Symbolisierung, können sie weder erinnert noch mentalisiert oder symbolisiert werden.
Die bedeutsamste Folge dieser multiplen Traumata ist eine der strukturellen Besonderheiten der Psychose, die Blockierung resp. Zerstörung des »emotional unconscious«. Darunter versteht De Masi mit Bion und bestimmten neurobiologischen und kognitionspsychologischen Konzeptionen