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Muss ein Buch über den Leib nicht altmodisch wirken unter den zeitgenössischen Siglen von Embodiment und Körperkult? Die vielleicht verstaubt klingende phänomenologische Begriffsdifferenz von Leib und Körper kennzeichnet Letzteren als eins der frühesten Fremdworte der deutschen Sprache, den corpus, womit die alten Ärzte den Leichnam, die Gebeine des Menschen meinten, während sie unter »Leib« mit seiner althochdeutschen Sprachwurzel das Leben (lip) und wiederum den Leichnam (lip hamo: Kleid des Leibes) verstanden. Der interdisziplinäre Dialog zwischen einem Philosophen und einem philosophisch freilich höchst versierten Psychoanalytiker über diese Begriffsdifferenz entkräftet nun allerdings schnell alle Befürchtungen, es mit einem bloß begriffsgeschichtlich noch relevantes Sujet zu tun zu haben.
Klaus Wiegerling gründet sein Verständnis der Philosophie des Leibes in der Bewusstseinsphilosophie, gleichsam in einem Leibapriori der Erkenntnis, welches alle unsere Körperwahrnehmungen, aber auch unser Denken muss begleiten können. Diesen bewusstseins- und transzendentalphilosophischen Ansatz sieht er bis zu E. Husserl, M. Merleau-Ponty, M. Foucault und J. Butler nirgends überschritten, obwohl gerade Merleau-Ponty in seiner Phänomenologie des Leibes als einer »intercorporéité«, als einer Zwischenleiblichkeit, als eines Dritten der Existenz diesseits des Ich und des Bewusstseins auf dem Weg zum Anderen an dieser Bewusstseinsfixierung rüttelte - worauf dann Küchenhoff in seiner kritischen Replik hinweist. Erst Hermann Schmitz und in dessen Folge Gernot Böhme waren bestrebt, in Gestalt einer Philosophie des eigenleiblichen Spürens und der affektiven Leibesfühlinseln die Bewusstseinsfixierung der alten Phänomenologie des Leibes zu transzendieren in Richtung auf eine Therapeutik des Leibes.
Wiegerlings Essay über den Leib kulminiert in einer vehementen Kritik am neurobiologischen Dispositiv eines naturalistischen und substantialistischen Bodyenhancements und eines geradezu nietzsc