You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Der Titel des Buches kündigt ein ehrgeiziges und umfassendes Projekt an; er verheißt, philosophische Themen mit den Erkenntnissen der Psychoanalyse zu konfrontieren, und es stand zu erwarten, dass das Projekt damit zu einer Theorie des Denkens beitragen möchte, die sowohl Alltagsdenken wie die Theorie des Unbewussten umfasst. Brakels Ausführungen erweisen sich indessen als spezifischer: Das Buch greift eine Auseinandersetzung zwischen Philosophie (insbesondere Philosophie des Geistes) und Psychoanalyse auf, die im angelsächsischen Sprachraum schon seit ca. 30 Jahren im Gange, bei uns aber wenig bekannt ist. Ohne diesen Hintergrund ist es schwer zugänglich.
Die angesprochene Theoriediskussion nimmt ihren Anfang mit Donald Davidson, wohl einem der renommiertesten zeitgenössischen Autoren der analytischen Philosophie. Davidson stellte 1982 in einer Arbeit mit dem schönen Titel Paradoxes of Irrationality die Frage danach, ob die Freud'schen Thesen - so wie er sie versteht - mit seiner Bedeutungstheorie in Einklang zu bringen seien. Die Tragweite dieser Fragestellung wird deutlich, wenn man bedenkt, dass zu den grundlegendsten Aussagen der Davidson'schen Bedeutungstheorie gehört, dass Sprecher und Interpreten den Äußerungen und Handlungen der anderen in jeglichem sozialen Zusammenhang Bedeutungen zuschreiben, indem sie davon ausgehen, dass der andere rational denkt und Absichten verfolgt. Die Rationalität spielt also eine zentrale Rolle im Denken