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Die Psychoanalyse gilt als Erinnerungswissenschaft par excellence: Doch inwiefern ist es zulässig, Freuds Hypothese ihres heilenden Potentials für einzelne Subjekte auch auf gesellschaftliche Kontexte zu übertragen? Welche Besonderheiten und welche Widersprüchlichkeiten sind bei einem solchen Transfer, z.B. in Bezug auf die Dimension des »Durcharbeitens«, zu berücksichtigen? Mit Fallvignetten aus verschiedenen politischen und kulturellen Kontexten wird versucht, den gesellschaftlichen Erinnerungsbegriff psychoanalytisch präziser zu diskutieren. Insbesondere unter Betrachtung einer aktuellen deutschen Erinnerungsskepsis wird argumentiert, dass soziales Erinnern Wiederholungsphänomenen nicht vorbeugt, sondern diesen bestenfalls unterschiedliche Bühnen zur bewussten und unbewussten Darstellung und allmählichen Integration zur Verfügung stellt.