You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Der vorliegende Beitrag wurde auf einem Panel der 47. IPA-Tagung »Sexuality, Dreams and the Unconscious« 2011 in Mexico City vorgetragen (vgl. Rosnick 2012). Claudia Frank gibt einleitend zunächst einen historischen Überblick zum Verständnis von Sackgassensituationen. Im Anschluss beschreibt Edna O'Shaughnessy eine solche Situation anhand von konkretem klinischem Material. Ausgehend von dieser klinischen Illustration diskutiert Heinz Weiß verschiedene theoretische Perspektiven und behandlungstechnische Optionen.
In gewisser Weise war die Geschichte der Psychoanalyse von Anfang an durch die Auseinandersetzung mit scheinbar ausweglosen Situationen geprägt. Durch das Bemühen, solche Situationen zu verstehen und uns mit den entsprechenden klinischen Erfahrungen auseinanderzusetzen, wurde unsere Theorie und Technik bis in die Gegenwart hinein weiterentwickelt. Sackgassensituationen zu untersuchen ist eine schmerzliche Aufgabe, denn wir können nicht umhin, uns dann auch mit unserem eigenen Scheitern und unseren eigenen Grenzen auseinanderzusetzen. Vielleicht ist dies ein Grund, weshalb über dieses bedeutsame Thema nicht allzu viel publiziert worden ist. Hinzu kommt, dass der Begriff »Sackgassensituation« selbst innerhalb ähnlicher psychoanalytischer Traditionen zum Teil unterschiedlich verwendet wird.
Dies reicht von der Vorstellung, die analytische Situation stelle als solche ein quasi unmögliches Unterfangen dar, über die Idee eines Stillstandes bei scheinbar intaktem Setting, bis hin zu schweren Krisen, welche meist auch den Rahmen betreffen. Ich möchte diese drei Konzeptualisierungen von Sackgassen kurz darstellen, da sie mir für die Art und Weise relevant erscheinen, wie wir klinische Erfahrungen beschreiben, die uns oder unsere Patienten - vorübergehend oder dauerhaft - an unsere Grenzen bringen.
Die erste, eher allgemeine Sichtweise meinte wohl Freud (