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Der vorliegende Band versammelt Beiträge von Mitgliedern der »Arbeitsgemeinschaft Politische Psychologie« an der Universität Hannover, die 2009 als »Gegengewicht zur zunehmenden Zerschlagung der universitären Verankerung einer sich zugleich gesellschafts- und subjekttheoretisch begreifenden Sozialpsychologie« (S. 12) gegründet wurde.
Besonders hervorzuheben an diesem insgesamt sehr interessanten und größtenteils flüssig zu lesenden Sammelband ist die inhaltliche und methodische Umsicht, mit der an das Thema herangegangen wird. »Gegenwärtige wie vergangene gesellschaftliche Prozesse sind ohne eine sozialpsychologische Perspektive nicht umfassend zu verstehen.« Dieser klaren Positionierung folgt in der Einleitung eine gelungene Kurzfassung der Verortung der eigenen Arbeit. Die Herausgeber betonen dabei zu Recht die Differenz, entlang der sich der Versuch, gesellschaftliche Prozesse zu begreifen, bewegt: Psychoanalyse und Sozial- bzw. Geschichtswissenschaft seien nicht ineinander überführbar, vielmehr gehe es darum, die partielle Eigengesetzlichkeit und Untrennbarkeit gesellschaftlicher und subjektiver Prozesse anzuerkennen. Dementsprechend müsse es um eine »differenzierte Analyse der wechselseitigen Durchdringung von Geschichte und Lebensgeschichte« (S. 12) gehen. Anliegen sei daher, »den Zusammenhang von gesellschaftlichen Einflüssen, ideologischen Prägungen und individuellen Psychodynamiken als eine subjektiv gebrochene, nicht mechanistische und - im Gegensatz zur Annahme von Sozialcharakterologien - keineswegs schon im Kleinkindalter abschließend fixierte Aneignung kulturell angebotener Rationalisierungs- und Agierungsmuster zur Bewältigung intrasubjektiver Konflikte zu verstehen« (S. 11).
Eine der vielen Qualitäten dieses Buches ist der Versuch, sich diesem Problem zu stellen, und es überzeugen gerade die Beiträge, an denen dieser so hohe wie angemessene Anspruch durchsichtig wird, indem sie dem Leser die