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Seit langem wird intensiv über den erkenntnistheoretischen Status der Psychoanalyse diskutiert, wobei diese Diskussionen zu sehr verschiedenen Ergebnissen geführt haben. Der Text untersucht die Bedingungen dieses Neben- und Gegeneinanders unterschiedlicher Sichtweisen, versucht, sie zu systematisieren, und bringt sie in Zusammenhang mit prinzipiellen Begründungsproblemen. Ihr Gegenstand nötigt psychoanalytische Erkenntnis zur Verwendung einer bestimmten Art von Theorie, für die u.a. Unabschließbarkeit und Multiparadigmatismus kennzeichnend sind. Die primären Probleme der Theoriebalance führen dazu, dass ihre Institutionalisierung keinen »Normalzustand« erreicht, sondern in gewisser Weise im Zustand »ewiger Jugendlichkeit« (M. Weber) bleibt, also ständig um die Entwicklung einer institutionellen Balance ringen muss (was wiederum Auswirkungen auf den Umgang mit Theorien hat). Diese Problemlage lässt sich nicht definitiv lösen, aber durch Professionalisierung besser behandeln.