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Empirische Forschungsbemühungen in der Psychoanalyse lassen sich zwar historisch bis in die Anfangszeit der Psychoanalyse zurückverfolgen, haben allerdings erst in den letzten Jahrzehnten rasant an Bedeutung gewonnen. Eine explodierende Anzahl von Publikationen legt Zeugnis ab vom steigenden Interesse der Psychoanalytic Community an Forschungsfragen aller Art. Das Ulmer Lehrbuch der psychoanalytischen Therapie von Thomä & Kächele wurde beispielsweise mit einem dritten gedruckten Band über Forschung komplettiert, der bislang nur als Webtext verfügbar war; Michael Buchholz versorgt eine neugierige Leserschaft in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen mit Psycho-News aus der Welt der empirischen Forschung; und genuin empirisch-psychoanalytische Artikel, die früher vorwiegend in psychotherapeutischen und psychosomatischen Journals veröffentlicht werden mussten, haben nunmehr Einzug in psychoanalytische Fachzeitschriften gehalten. Kurzum, empirische Forschung in der Psychoanalyse ist sexy geworden.
Auch das Sigmund-Freud-Institut (SFI) in Frankfurt am Main ist mit einer eigenen Buchreihe vorgeprescht, in der empirisch-psychoanalytische und interdisziplinäre Befunde zu aktuellen Themen wie Depression, ADHS, Bindung und Trauma präsentiert werden. In dieser Reihe ist auch das Buch von Stephan Hau erschienen. Damit liegt nicht nur eine versierte Diskussion wissenschaftstheoretischer und methodologischer Grundlagen empirisch-psychoanalytischer Forschung vor, sondern auch eine detailreiche Übersicht über einige der Forschungsbemühungen am SFI. Eine vollständige Auflistung aller im Buch dargestellter Studien verbietet sich freilich aus Platzgründen; exemplarisch will ich einige besonders eindrucksvolle Studien wenigstens kurz vorstellen. Ich werde mich dabei auf die psychoanalytische Traumforschung konzentrieren, da diese den roten Faden des Buchs bildet.
Aus der Traumforschung lassen sich neben Erkenntnissen über das Phänomen des Traums an sich auch Aufschlüsse über unbewusste