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Als Professorin für Sozialpsychologie der Universität Hannover hat Christine Morgenroth über 10 Jahre ein Forschungsprojekt geleitet: Die Arbeit einer Therapiestation für drogenabhängige Kinder und Jugendliche - Teen Spirit Island in Hannover - wurde begleitet und untersucht, und die Ergebnisse dieser Untersuchung stellt sie nun der Öffentlichkeit vor.
Die 361 dicht beschriebenen Seiten sind jedoch alles andere als ein trockener Forschungsbericht. Und das liegt nicht nur an dem Thema, an den oft überaus schwierigen Kinderbiographien, das liegt vor allem an der Herangehensweise der Forscherin und ihrer studentischen Mitforscher, und auch daran, wie in diesem Buch darüber geschrieben wird, was die etwa 40 Studierenden und ihre Dozentin mit den 18 jungen Drogenabhängigen erlebt, gearbeitet, gedacht und entwickelt haben.
Christine Morgenroth lädt den Leser dazu ein, diesem Projekt qualitativer Sozialforschung von Grund auf zu folgen. Es geht an keiner Stelle um Erfolgsstatistiken oder methodische Evaluationen, aber es geht auch nicht allein um kasuistische Einzelfallstudien.
Die gewählte Ergebnisforschung lehnt sich an die Methoden der qualitativen Sozialforschung an, benutzt also leitfadengestützte Interviewtechniken. Das ist durchaus nicht unbekannt, aber Christine Morgenroth vermag in die Hintergründe zu führen, zu Gedanken aus der Säuglings- und der Bindungsforschung, der relationalen wie der interaktionellen Psychoanalyse ebenso wie zu Alfred Lorenzers tiefenhermeneutischen Analysen von Interaktionsformen