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Flaneur mit Methode - Zum neuen Buch von Reimut Reiche. Viel wird in der Psychoanalyse über die freie Assoziation und die gleichschwebende Aufmerksamkeit als Kern der klinische Methode gesprochen. Was aber, wenn nicht die freie kritische Reflexion der Kern der wissenschaftlichen Methode der Psychoanalyse ist? Weder ein statistisches Verfahren noch ein anderes Kalkül sichern die psychoanalytische Beweisführung ab, sie stützt sich allein auf die Überzeugungskraft ihrer Argumente.
Das ist schon möglich, wird man sagen, aber was hat das mit der Kunst zu tun? Oder mit einer psychoanalytischen Theorie der Künste? Nun, sehr viel und zwar, wie uns Reiche im Tonfall eines Flaneurs zu verstehen gibt, in einem dreifachen und substantiellen Sinne. Ersten beschreibt dies Reiches Zugang zur Kunst, zweitens beschreibt dies den Kern der Dynamik der Kunst und drittens beschreibt dies den Kern der Wesensverwandtschaft von Psychoanalyse und Kunst.
Jetzt aber schön der Reihe nach: den »unbedingten Vorrang der Methode vor dem Wissen« (S. 84) hatte Reiche schon zuvor gefordert und leidenschaftlich gegen die pathologisierende Hybris geltend gemacht, mit der sich manche Vertreter unserer Zunft mit einem herablassenden Biographismus über das