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In einem polemischen Dialog mit Zygmunt Baumans Konzept der »flüchtigen Moderne« verweist die Autorin auf andere Möglichkeiten, das Freudsche Denken für die Konzeptualisierung der Spätmoderne produktiv zu machen. Dabei verlässt sie die unfruchtbare Alternative, Freud szientistisch oder hermeneutisch zu lesen, und setzt auf den Trieb als eine offene und dynamische Struktur, die die Unzerstörbarkeit der frühkindlichen Prägung (Einschreibung) mit dem Transformationspotential unter eine Formel bringt. Die körperlich-symbolische Struktur des Triebs mit seiner Verankerung in dem biologisch Gegebenen einerseits und mit seiner durch die strukturelle Negativität im Kern der Libido bedingten Öffnung andererseits versteht die Autorin als ein »Existential« und vergleicht es mit Heideggers ontologischer Differenz. Der Freudsche Trieb gewinnt so seinen genuinen Status jenseits des Instinkts, ohne jedoch durch die Sprache allein erschlossen zu werden. Aus diesem Triebverständnis heraus entwirft die Autorin das Bild des »ödipalen Menschen« und vergleicht ihn mit dem heutigen »Bewohner der flüchtigen Moderne«. Die Psychoanalyse erschloss einen psychischen Raum, in dem sich die körperliche, sexuelle und symbolische Subjektivität herausbilden konnte, die als Unbewusstes bezeichnet wurde. Die Autorin beschreibt, wie jener Raum, um entstehen zu können, durch die identifikatorische Prägung, Verlust, Verbot und Unverfügbarkeit strukturiert werden musste. Das Gefährdungspotential für den Bewohner der flüchtigen Moderne sieht sie in dem Schrumpfen dieses Raumes, bedingt durch Tendenzen wie Selbstkonstruktion, Verfügbarkeit und Zwang-zum-Genießen.