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Die Frage nach dem Verhältnis zwischen Traum und Affekten gehört zu den unerledigten Problemen der Freudschen Traumdeutung. Dies hängt mit der für den Gründungstext der Psychoanalyse konstitutiven Verschiebung des Interesses hin zu einer Analytik des Wunsches zusammen. Eine Reihe von affekttheoretischen Überlegungen hat Freud an wenig prominenter Stelle, in Kapitel VI H (»Die Affekte im Traume«) zusammengestellt. Der vorliegende Beitrag, der einerseits historisch-philologische, andererseits affekttheoretische Interessen verfolgt, skizziert zunächst die systematischen Probleme, die Freuds Thesen zur Rolle der Affekte im Traum aufwerfen. Er verhandelt diese dann in Form eines Kommentars zu einem der Träume, die Freud in dem genannten Kapitel analysiert (»Ein Schloss am Meer« bzw. »Das Frühstücksschiff«). Dabei werden einerseits die Lücken aufgezeigt, die Freuds Analyse lässt, andererseits affekttheoretische Fragen diskutiert, die Freud nur implizit stellt. Ersteres betrifft vor allem die Art und die Rolle der Wünsche in Freuds Traumbeispiel, Letzteres das Verhältnis von Affekt und Vorstellung bzw. sprachlichem Zeichen. In einem letzten Schritt wendet sich die Untersuchung dann der »prospektiven Tendenz«, genauer: dem Ahnungscharakter des Traumes zu.