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In seinem Vorwort zu dieser Monographie schreibt Rolf Haubl, School-Shooting sei »die spektakulärste Form von Gewalt an der Schule« und der »Inbegriff an Irrationalität«, der sich als »plötzlicher, unkontrollierbarer Einbruch unfassbarer Gewalt in eine friedliebende Alltagswelt« äußere. »Ordnungspolitiker« suggerierten, dass Amok-Taten an Schulen, medial spektakulär aufbereitet, »zum Normalfall zu werden drohen« (S. 9). Dass solche Taten »in die Mitte der Gesellschaft« führen, die »vor allem strukturell gewaltförmig ist« (S. 10), zeigt der an einer Frankfurter Schule beschäftigte Autor Benjamin Faust in seinem Buch auf.
Die empirische Datenlage zu Mehrfachtötungen an Schulen ist dünn, Tötungsdelikte und Amoktaten an Schulen sind - auch weltweit betrachtet - seltene Ereignisse, und die von Faust ausgewerteten 30 Fälle sind weder gewaltnoch schultypisch. In einer Zeit zunehmender Hysterisierung selbst weniger gravierender Konflikte und anhaltend aufgeladener Debatten um Integration bewegt sich Faust mit seinem Buch zwischen irrationalen Ängsten und teils hilflos anmutenden Bewältigungsversuchen: Sein Buch ist in einfacher Sprache gehalten, die sieben Kapitel sind überschaubar und werden an ihren Enden zusammengefasst. Im Kapitel »Bruchstücke« beginnt er, Mehrfachtötungen an Schulen als School-Shooting zu umreißen, schildert Phänomene und Folgen einzelner Taten, verweist auf die sich »[u]nweigerlich« stellende »Schuldfrage« (S. 14) und konstatiert, dass schon Versuche zu Beginn des letzten Jahrhunderts erfolglos geblieben waren, solch unkontrolliertes und scheinbar motivloses Töten (Amuk) zu verstehen. Im zweiten Kapitel nimmt Faust definitorische Abgrenzungsversuche vor, referiert Ergebnisse von Lothar Adler und Monika Lübbertz und reflektiert Überlegungen von Frank Robertz. Im Kapitel »Phänomenologie« folgen Betrachtungen »aus soziologischer Perspektive«. Die »psychologische […] Sicht« (S. 103ff.) mit devianz- und narzissmus-theoretischen Überlegungen füllt Kapitel fü