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Was ist ein Dialog? Kein psychoanalytischer Diskurs, der die Asymmetrie der analytischen Situation zur Voraussetzung hat, aber auch keine Diskussion im alltäglichen oder wissenschaftlichen Kontext, die in einem Austausch von Meinungen, Ansichten und Thesen besteht, bei der es auch immer um eine Form der Selbstbehauptung, wenn nicht sogar um einen mehr oder weniger offenen Kampf um Macht und Rechthaben geht. Ein wirklicher Dialog - ein »echtes Gespräch« (M. Buber) - hat nach meinem Verständnis andere Voraussetzungen: ganz knapp formuliert eine Form des »In-der-Schwebe-Haltens« der eigenen Grundannahmen und ein grundlegendes, primär nicht-wertendes, offenes Hören auf den Anderen. In diesem Sinne verstehe ich David Bohms Ansatz zum »Dialog« als eine neue Form des Miteinander-Sprechens (Bohm 2002). Es ist kaum zu leugnen, dass Dialoge in diesem Verständnis glückliche Umstände erfordern, eher die Ausnahme sind und daher kaum zu alltäglicher, aber auch kaum zu wissenschaftlicher Erfahrung gehören.
In der Arbeit »Das Studium des Selbst« (Zwiebel 2009) hatte ich einen möglichen Dialog zwischen Psychoanalyse und Buddhismus postuliert, den Leky in seiner sehr persönlichen, klugen und differenzierten Arbeit »Forever silent - ein Dialog zwischen Psychoanalyse und Buddhismus?« kritisch hinterfragt (Leky 2012). Natürlich können, genau genommen, Buddhismus und Psychoanalyse nicht in einen Dialog treten - dies können ja nur Personen tun, und dazu müssen diese Personen sprechen. Aber genau dies versuchte ich in jener Arbeit zu initiieren, nämlich ein Gespräch zwischen Personen zu eröffnen, die sowohl psychoanalytische als auch meditative Erfahrungen haben. Diese Arbeit war auch das Ergebnis eines wirklichen Dialogs zwischen einem Zen-Lehrer und mir, dessen Ergebnis wir ebenfalls publizierten, die Leky allerdings in seiner Arbeit nicht berücksichtigt - wie auch nicht die ständig anwachsende Literatur zur Beziehung von Zen und Psychoanalyse (Weischede & Zwiebel 2009; zuletzt Moncayo 20