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Aufgrund der Vielschichtigkeit seiner bisherigen Beiträge und der langen klinischen Tätigkeit scheint Hermann Lang prädestiniert, sich den Grundfragen psychischer Erkrankungen zu stellen: Wie ist es möglich, dass ein Mensch, wie im Falle der schizophrenen Psychose, plötzlich aus der gemeinsamen Welt herausfällt, um einen »verrückten« Daseinsentwurf zu leben? Wie ist es zu verstehen, dass ein anderer unter schwerer psychosozialer Belastung mit einer schweren psychosomatischen Erkrankung »antwortet« und wiederum ein anderer bei schwerer Traumatisierung mit einem Borderline-Syndrom reagiert? Bei seinen Antworten schöpft Lang aus dem Fundus seiner früheren Arbeiten über Angst-, Zwangs- und depressive Erkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, psychotische Erkrankungen sowie wissenschaftstheoretische Grundlagen der Psychotherapie. Der Psychoanalytiker, Psychiater und Philosoph war mit seiner philosophisch-psychologischen Dissertation Die Sprache und das Unbewusste. Jacques Lacans Grundlegung der Psychoanalyse weithin bekannt geworden. Er setzte sich in dieser Arbeit, die in mehrere Sprachen übersetzt wurde, mit der modernen strukturalen Psychoanalyse auseinander. Standen in der Dissertation eher Neurosen im Zentrum, sind es im vorliegenden Band nun »Frühe Störungen«. Unter Einbeziehung familientherapeutisch-systemischer und philosophisch-hermeneutischer Ansätze entwickelt der Autor die Lacansche Konzeption produktiv weiter. Dabei ist das vorliegende Buch eine ausgezeichnete Einführung in das komplexe, oft kryptische Denken Lacans. Durch den durchgehenden klinischen Bezug stellt es eine innovativ-anschauliche Erweiterung und Vertiefung dieses Ansatzes dar. Unter dem Titel Die