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1970 hat Paul Parin in einer Besprechung des Buches Dichtung und Psychoanalyse. Thomas Mann - Rainer Maria Rilke - Richard Wagner (Psyche 24, S. 884) Peter Dettmerings »Weg nahe an die Quelle dichterischer Gestaltung« zustimmend hervorgehoben. In dieser Sicht konzentriert sich Dettmering mehr endo- als exopoetisch im Sinne Kurt R. Eisslers auf den »in seiner Vielfalt und Einmaligkeit der individuellen Psyche vergleichbaren schöpferischen Prozeß«. Im vorliegenden Band untersucht er den Einfluss des Motivs der Ich-Verdoppelung, dieser Versicherung gegen den Untergang des Ichs, in Gestalt der Zwillings- oder Doppelgängerphantasie auf Werke der deutschsprachigen Literatur.
Als Motto dient die in Dichtung und Wahrheit beschriebene sonderbare Ahnung, das Trugbild, in dem Goethe sich selbst nach der Trennung von Friederike Brion, um einer Unheilserwartung zu entgehen, auf dem Fluchtweg von Sesenheim nach Straßburg wieder entgegenkommen sah. Ein in der Tat eindrucksvolles Beispiel für Ich-Verdoppelung, das der Autor durch ein zweites Motto ergänzt, das sich auf das Grimmsche Märchen Die zwei Brüder und die dort dargestellte Verwirrung bezieht.
Die »ungleichen Zwillinge in Goethes Pandora« im ersten von vier Goethe gewidmeten Essays sind Pandoras und des melancholischen Träumers Epimetheus' Zwillingstöchter Elpore, die von der entschwindenden Mutter mitgenommen wird, und Epimeleia, die unglückliche Geliebte des von seinem Vater Prometheus mit einem Sturz vom Felsen bestraften Phileros, den Goethe am Ende schwimmend wieder auftauchen und »wie neugeboren« zu Epimeleia zurückkehren lässt. Aus dem konflikthaften Zusammenprall verschiedener von Benjamin so charakterisierter Glücksgestalten, einer hymnischen, dem Unerhörten zugeordnet, und einer elegischen, die ewige Restauration meint, resultiere die Dynamik des Festspiels »Pandora«.
»Reglose und entfesselte Natur in Goethes »Wahlverwandtschaften«« überschreibt Dettmering den nächsten Aufsatz, der die Themen der Pandora aufnimmt