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Janus' kritischer Kommentar hat zwei inhaltliche Schwerpunkte, auf die ich ausführlicher eingehen werde. Zum einen hält er mir eine verengte, auf Freud zentrierte Sichtweise der Psychoanalyse vor. Zum anderen kritisiert er vor diesem Hintergrund mein Verständnis dessen, was ich als Veraltens-These bezeichnet habe.1 Ich schließe mit einer Bemerkung zu einer möglichen Differenz zwischen Janus und mir im psychoanalytischen Verständnis der Conditio humana.
Ad 1: Janus beginnt seinen kritischen Kommentar mit einem Lob - »kühn und facettenreich« sei meine »Diskussion der zeitgeschichtlichen Stellung der Psychoanalyse« (S. 60) -, das mir merkwürdig klingt. Wie »kühn« ist denn jemand, der sich nach Janus an die Hand des großen Übervaters Freud begibt und mit seinen Augen in die Welt schaut? - Janus attestiert mir eine »monolithische [freudsche] Sicht der Psychoanalyse« (S. 61) und schätzt meine positive Anknüpfung an Marcuses (Anti-)Veraltensthese als »zum mindesten reichlich kühn« ein (S. 64). Und wie »facettenreich« ist jemand, der, wie Janus meint, über den Tellerrand Freuds nicht hinausschaut und so die dialektisch verlaufen(d)e Entwicklung der Psychoanalyse und die psychoanalytischen Schätze jenseits Freuds gar nicht zur Kenntnis nimmt, ja sogar auf dem Teller selbst sich mit einer Ecke zufrieden gibt, wo es doch »auch in der engeren Psychoanalyse durchaus Ansätze[gibt] die den von Schneider vorgegebenen Rahmen weit überschreiten« (S. 65)?2
Die Frage ist, ob oder inwieweit Janus' Sichtweise stimmt. Eine Klärung wird davon auszugehen haben, was Janus als meine freudsche Perspektive versteht. Darauf bezogen heißt es: »Das Problem besteht darin, dass [Schneider] […] die Psychoanalyse als einheitliches durch Freud bestimmtes Theorie- und Praxisgebäude nimmt und nicht als ein durch einen dynamischen Entwicklungsprozess bestimmtes Theorie- und Praxisgebilde« (S. 60). Janus meint mit