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Die Auseinandersetzung mit neuropsychoanalytischen Themen ist in den vergangenen zehn Jahren bei Psychoanalytikerinnen und Psychoanalytikern sowohl auf Neugier wie auf Skepsis gestoßen. Diese Ambivalenz deutete sich bereits bei Freud an, der einerseits stets eine neurowissenschaftliche Fundierung der Psychoanalyse ablehnte, sich für die Zukunft jedoch auch einen erheblichen Erkenntnisgewinn für die Psychoanalyse durch die Entwicklung der biologischen Wissenschaften vorstellen konnte. Neurowissenschaftliche Erkenntnisse aus jüngster Zeit ermöglichten einen neuartigen Zugang zum Gehirn und den neuronalen Mechanismen, insbesondere auch im Hinblick auf die Frage, wie das Gehirn selbst zur Differenzierung neuronaler und psychologischer Zustände beiträgt. Es ist nicht zuletzt auch die bisher ungelöste Frage, wie das Gehirn Bewusstsein vorbringt, die es erforderlich macht, die bisherigen Fächer- und Disziplinengrenzen zu überwinden. In diesem epistemologischen Spannungsfeld von Neurowissenschaften, Philosophie und Psychoanalyse bewegt sich Georg Northoff, habilitierter Psychiater und Philosoph, der sich als Neurowissenschaftler und Neuro-Philosoph insbesondere auch mit konzeptuellen, für die Psychoanalyse relevanten Problemen auseinandersetzt. In seinem neuen Buch »Neuropsychoanalysis in Practice. Brain, Self and Objects« diskutiert Georg Northoff die unterschiedlichen neuronalen Mechanismen, die eine Transformation neuronaler und psychologischer Zustände ermöglichen. Das Buch fokussiert auf einen innovativen transdisziplinären Rahmen für die Verknüpfung von Neurowissenschaften, Psychoanalyse und Philosophie.
Ausgangspunkt des Buches ist - und dies mag überraschen - Freuds Suche nach psychologischer Struktur und Organisation. Wie verknüpfte er psychische Inhalte mit dem, was er »psychischen Apparat« nannte? Freud begann mit der Beobachtung mentaler Inhalte, indem er seinen Patienten zuhörte. In einem nächsten Schritt, für Northoff ein wesentlicher, verknüpfte er die mentale