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Eine Organtransplantation ermöglicht den Betroffenen oftmals eine bedeutende Verlängerung und qualitative Verbesserung ihrer Lebenszeit. Allerdings stellt die Verpflanzung eines fremden Organs in den todkranken Körper eine massive, bisher kaum systematisch erforschte psychische und physische Herausforderung dar. Die wissenschaftliche Inhaltsanalyse von Interviewaussagen dreier LungentransplantatempfängerInnen zur eigenen Person, zum sozialen Umfeld, zur imaginierten Spenderfigur und zum transplantierten Organ gewährt Einblicke in sehr unterschiedliche Formen der psychischen Verarbeitung. Im Beitrag wird postuliert, dass zwischen dem Selbst-, Körper- und Beziehungserleben einerseits und der symbolischen Qualität sowohl der Vorstellung des transplantierten Organs als auch der Beziehung zur verstorbenen und unbekannten Spenderfigur andererseits eine Verknüpfung besteht, die die psychische Organintegration massgeblich bestimmt. Die Transplantationserfahrung lässt sich psychodynamisch wesentlich als eine Beziehungserfahrung verstehen, die die im Vordergrund stehende Aufgabe einer Restitution des Selbstkonzepts und Körperbildes moduliert.